Wirtschaftliche Argumente
1. Geringe Kapitalbindung und Vermeidung von Überdimensionierung
CaaS-Kunden müssen nicht in die Anschaffung von Softwarelizenzen, Server und Hardware investieren. Sie zahlen stattdessen eine monatliche Servicegebühr. Die Anfangsinvestitionen fallen entsprechend gering aus, was die Bilanz des Unternehmens deutlich entlastet. Die Umwandlung fixer in variable Kosten (CAPEX zu OPEX) lässt sich grundsätzlich auch durch die im TK-Geschäft üblichen Mietverträge realisieren. Allerdings sind solche Mietgeschäfte i.d.R. mit längeren Mindestlaufzeiten und zusätzlichen Finanzierungskosten verbunden. Zudem bieten reine Mietverträge meist auch nicht die Möglichkeit zu kurzfristigem Up- und Downgrading. So wird im CLOUD COMPUTING-Modell durch die bedarfsgerechte Bereitstellung und Abrechnung von Kommunikationsanwendung einer Überdimensionierung von Lösungen entgegengewirkt.
2. Geringe Betriebskosten
Einer der Kernvorteile von CLOUD COMPUTING liegt in der höheren Effizienz, da die Kosten für Prozesse, Tools und Technologien auf mehrere Anwender verteilt werden. CLOUD COMPUTING-Provider sind zudem eher in der Lage, mit den TK-Carriern bessere Konditionen für die Netzanbindung und Telefonie auszuhandeln als einzelne Unternehmen. Tatsächlich sind die meisten CLOUD COMPUTING-Anbieter ohnehin als Carrier oder Internet Service Provider (ISP) tätig und können daher attraktive Paketangebote schnüren. Inwieweit die mit CLOUD COMPUTING verbundenen Effizienzgewinne tatsächlich in Form niedriger Servicegebühren weitergereicht werden, hängt allerdings von der Intensität des Wettbewerbs und dem Verhandlungsgeschick der Kunden ab. Angesichts des regen Wettbewerbs im CLOUD COMPUTING Markt kann man jedoch davon ausgehen, dass ein beträchtlicher Teil der Kosteneinsparungen heute an die Kunden weitergegeben wird. So bestätigen auch alle Fallstudienteilnehmer erhebliche Kostenvorteile der CLOUD COMPUTING-Angebote im Vergleich zu herkömmlichen Telefonielösungen.
3. Kostentransparenz
Nicht zuletzt erhöhen die im CLOUD COMPUTING-Betrieb pro Port bzw. pro Nutzer und Monat aufgeschlüsselten Preise, in denen alle fixen und laufenden Kosten bereits einkalkuliert sind, die Kostentransparenz. Dies vereinfacht erstens den Vergleich von Angeboten und unterstützt zweitens das interne Controlling. So können Servicegebühren ohne großen Aufwand einzelnen Abteilungen oder Kostenstellen zugeordnet und intern verrechnet werden.

